• Thomas Schnitzler

Kegelrobben und Seehunde auf Helgoland

Aktualisiert: 8. Apr 2018

Eigentlich wollte ich zur Geburt der Kegelrobben nach Helgoland. Die jungen Robben in ihrem weißen Pelz sind von Ende November bis Januar hier zu sehen. Das hat aber leider nicht geklappt und so ist es nun Anfang Februar, für den weißen Pelz zu spät, aber auch jetzt ist Helgoland und die Tiere einen Besuch wert.

Die Überfahrt verlief sehr ruhig bei sonnigem Wetter und kaum Seegang, nach etwa 2 Stunden war Helgoland erreicht. Gewohnt habe ich im "Hotel "Panorama" im Oberland. Das Zimmer war einfach, sauber und zweckmäßig. Das Frühstück in den kommenden Tagen war sehr gut und vom Frühstücksraum aus hatte man einen herrlichen Ausblick aufs Meer und den Sonnenaufgang. Ein empfehlenswertes Restaurant in der Nähe ist "Zum Seehund".

Im Winter fährt die letzte Dünenfähre um 16:00 Uhr, also musste ich mich beeilen um noch einen ersten Blick auf die Robben zu werfen. Die Überfahrt kostet 5 EUR. Vom Anleger aus muss man noch ein paar Minuten am Strand entlanglaufen bis man die ersten Robben entdeckt. Der Winter 2017/2018 war wieder ein Rekordjahr was die Robbengeburten hier betrifft, über 400 Jungen wurden auf Helgoland geboren.

Nun hieß es ein paar etwas einzeln liegende Tiere zu finden, die sich zum Fotografieren eigneten. Man kann natürlich auch "Gruppenfotos" der Tiere machen, aber einzelne Tiere mit schönem Hintergrund wirken in der Regel besser.

Die Tiere sind an Menschen gewöhnt und reagieren meist nur wenig auf dessen Anwesenheit. 30 Meter Abstand von den Tieren sollte man einhalten, dies wird auch von den Naturschützern überwacht. Viel wichtiger ist meiner Meinung nach aber die Reaktion der Tiere zu beobachten. Ein Tier was mich nur kurz anschaut und dann unbekümmert weiterschäft fühlt sich wohl eher nicht gestört oder bedrängt. Bleibt ein Tier wach und schaut einen die ganze Zeit an oder beginnt sich unruhig zu bewegen, dann sollte man den Abstand sofort vergrößern.

Auch zur eigenen Sicherheit sollte man nie zu nah an die Tiere gehen. Besonders gefährlich kann es werden, wenn man sich zwischen dem Ufer und den auf dem Strand liegenden Tieren begibt, wenn die Tiere sich durch irgendwas erschrecken, können sie auf ihrem Weg ins Wasser sehr schnell werden und man hat kaum eine Chance einer Gruppe von bis zu 300 kg schweren Robben auszuweichen.

Längere Teleobjektive sind für gute Fotos also unbedingt notwendig, ich habe das Canon 100-400 mm L IS USM II an der EOS 5D Mark IV verwendet, zum Teil mit dem 1.4 Telekonverter also insgesamt bis zu 560 mm, einige der hier gezeigten Bilder sind dann noch gecroppt.

Natürlich können längere Brennweiten und vor allem lichtstärkere Objektive nicht schaden. Solange es hell genug war, war ich mit dieser Kombination aber sehr zufrieden.

Mit Telekonverter und 560 mm landet man bei Blende 8, an einem trüben Tag kommt man dann nicht drumherum den ISO Wert zu erhöhen um noch ausreichend schnelle Verschlusszeiten zu realisieren (insbesondere dann, wenn die Tiere in Bewegung sind, aber auch um Verwacklungen aufgrund des teilweise starken und böigen Windes zu vermeiden). Bei höheren ISO Werten geht dann aber auch bei einer hochwertigen Kamera wie der EOS 5D IV schon ein Teil der feinen Zeichnung im Fell der Tiere verloren.

Ebenfalls sollte man immer wieder die Belichtung der Bilder prüfen und ggf. korrigieren, weiße Tiere auf fast weißen Sand führen oft zu Unterbelichtungen die kompensiert werden müssen. Wie bei den meisten Tierfotos wirken Bilder auf Augenhöhe am besten, also kommt man nicht umher sich auf den Sand zu legen, auch im Winter, auch wenn es nass ist, dies sollte man bei der Wahl seiner Kleidung im Vorfeld berücksichtigen.

Dann heißt es oft sehr lange warten, den die Hauptbeschäftigung der Tiere ist schlafen und nochmals schlafen. Zwischendurch werden sie mal kurz wach, öffnen die Augen und manchmal gähnen und strecken sie sich und suchen sich eine neue Schlafposition, dann ist es Zeit den Auslöser zu drücken. Ein weiteres schönes Motiv sind die im Wasser spielenden und sich paarenden Robben.

Im Winter sind eher wenige Vögel auf der Insel, die Vogelfelsen liegen einsam und verlassen da, am Strand begegnet man einigen Strandläufern, Austernfischern und wenigen Enten, ein paar Kormorane und natürlich Möwen sind zu sehen.

Am Abreisetag war dann morgens an den Klippen plötzlich einiges mehr los, die ersten Brutplätze waren von Basstölpeln besetzt worden.

Diese Vögel bieten schöne Motive wenn sie im Wind an den Klippen segeln oder sich dicht am Klippenrandweg niederlassen. Die Basstölpel sind relativ groß und kommen sehr nah an die Aussichtspunkte heran, mit Brennweiten von 200-400 mm kommt man hier gut zurecht. Wichtig sind kurze Verschlusszeiten um die fliegenden Vögel scharf abzubildenden.

Insbesondere wenn die Sonne scheint ist es wichtig auf die Belichtung zu achten, das weiße Gefieder ist schnell überbelichtet und verliert dann jegliche Zeichnung.

Nach fünf tollen Tagen mit meist gutem Wetter hieß es nun wieder auf die Fähre und zurück ans Festland. Zum Abschluss noch Bilder von zwei Sonnenuntergängen und zwei Bilder von der Brandung am vorletzten Tag (Windstärke 8).



Bis zum nächsten Mal!




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