• Thomas Schnitzler

Reinigung von Objektiven, Filtern und Kamera

Aktualisiert: 19. Mai 2018


Die Reinigung von Objektiven, der Kamera selber, der Filter und was man sonst noch so hat, ist natürlich immer ein Thema. Es gibt unzählige Produkte auf dem Markt die einem zu einer perfekten Reinigung der Fotoausrüstung verhelfen sollen. Ich habe im folgenden mal die Produkte und die Vorgehensweise beschrieben, die ich anwende. Ob das die Beste ist (wenn es sowas überhaupt gibt) weiß ich nicht, aber ich bin mit den Ergebnissen seit Jahren zufrieden. Gleichzeitig möchte ich aber auch anmerken, dass man nicht zu viel reinigen sollte, viel vom vermeintlichen Schmutz und Staub würde man später nie auf den Fotos sehen.



Zuerst mal die Objektive und und Kappen von außen reinigen

Sind die Objektive im Einsatz mal nass geworden, empfiehlt es sich sie zusammen mit Trockenmittel (Silica Gel) für einige Zeit in einen Zip-Beutel zu legen, das Silica Gel kann anschließend im Backofen wieder getrocknet werden und es ist erneut verwendbar.



Frontelement und Filter reinigen

Die Frontlinse und auch deren Vergütung ist sehr widerstandsfähig, bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft eine Linse zu verkratzen. Aber hier ist auf jeden Fall Vorsicht geboten, Kratzer können die Bildqualität mindern und zu Reflexionen führen. Also möglichst vorsichtig und umsichtig vorgehen. UV-Filter als Schutz für die Frontlinse sind in jedem Forum ein Diskussion, die einen sagen "unbedingt ja", die anderen machen sich um die Bildqualität sorgen und sagen "auf keinen Fall verwenden". Im Prinzip muss es jeder selber entscheiden, aus meiner Erfahrung gibt es viele Orte an denen ich Filter unbedingt empfehlen würde, z.B. am Meer (um das Frontelement vor Sand und Salz zu schützen), an Wasserfällen und in Gebieten mit geothermalen Aktivitäten wie z.B. dem Yellowstone National Park. Im Dampf der heißen Quellen ist schweflige Säure enthalten, sie kann durchaus die Vergütung angreifen, ich selbst habe dort einen teuren Polfilter "verloren", er war auch nach langem und intensiven Reinigen nicht mehr blank zu bekommen. Filter bieten auch Schutz vor mechanischen Einflüssen, als mir in Island das Stativ samt Kamera umgeweht wurde, hat es den UV-Filter zerstört, das Frontelement des Objektivs blieb aber unversehrt, ohne Filter wäre es vielleicht anders ausgegangen. Persönlich habe ich auf fast allen Objektiven permanent einen hochwertigen Schutzfilter und nehme diesen nur ab, wenn ich z.B. zusätzliche Lens Flares verhindern möchte oder in einer Umgebung fotografiere in der absolut kein Filter notwendig ist.

Nun aber zur Reinigung, die Schritte zur Reinigung von Filtern und der Frontlinse sind identisch:


Schritt 1

Als erstes immer den Staub und lose Partikel mit einem Air Blower entfernen, oftmals reicht das schon und das Objektiv ist wieder einsatzbereit. Von Druckluft aus Dosen wird von vielen Fotografen abgeraten, weil die unter Umständen enthaltenen Treibmittel einen Niederschlag auf der Optik bilden könnten. Ich habe es noch nie ausprobiert, unterwegs wäre mir so eine Dose zu sperrig und zu Hause wäre sie wahrscheinlich immer leer wenn man sie braucht. Dann doch lieber mit etwas Muskelkraft den Blower betätigen.

Schritt 2

Etwas festsitzende Partikel kann man mit einem Objektivpinsel entfernen, aber Vorsicht, dieser sollte wirklich sauber sein, gerade haftender Schmutz bleibt auch im Pinsel hängen und wird dann auf die nächste Linse geschmiert. Die Haare des Pinsels niemals mit den Fingern anfassen (Fett) und regelmäßig einen neuen verwenden. Alternativ einfach ein sauberes, weiches Mikrofasertuch einsetzten, ganz locker, ohne Druck versuchen die Partikel wegzutupfen, dabei möglichst nicht reiben. Zum Abschluss nochmals gründlich die gelösten Partikel mit dem Air Blower wegpusten.

Schritt 3

Bleibt dann immer noch etwas zurück, hilft nur noch die feuchte Reinigung, hier setzte ich eine Kombination aus feuchten und trockenen Einwegtüchern ein, als sehr gut haben sich die Tücher von "Green Clean" erwiesen. Vorteil, beide Tücher sind Einweg, also immer sauber, das ist besonders auf Reisen praktisch. Eine Alternative und ebenfalls sehr gut sind die feuchten Tücher von Zeiss, hier benötigt man allerdings noch ein sauberes Mikrofasertuch zum Nachwischen.

Zum schnellen Entfernen von Wassertropfen auf Filtern (z.B. beim Fotografieren an Wasserfällen oder bei Regen), hat sich auf der letzten Tour das Reinigungstuch von Bilora als sehr gut und saugfähig erwiesen. Gerade bei Resin Filtern (z.B. Steckfilter von Lee oder Formatt Hitech) unbedingt auf ein sauberes Tuch achten, diese hochwertigen und teuren Filter sind aus Kunststoff und daher sehr viel schneller verkratzt als Glasfilter.



Reinigung der rückwärtigen Linse

Hier reicht es normalerweise den Staub mit dem Air Blower zu entfernen, die Linse wird ja eigentlich nicht der Umgebung ausgesetzt. Sollte sie aber dennoch verschmutzt sein, äußerst vorsichtig reinigen, Kratzer auf der Rücklinse beeinträchtigen sehr viel stärker das Bildergebnis als solche auf der Frontlinse. Im Prinzip aber gleiches Vorgehen wie bei der Frontlinse. Dazu das Objektiv senkrecht halten, (die Rücklinse nach unten) damit der Staub möglichst nach unten fällt und dann gründlich ausblasen. Sollten Fettverschmutzungen auf der Linse sein, auch hier eine Feuchtreinigung mit Einwegtüchern vornehmen.



Reinigung des Kamerasensors

Eine Reinigung des Sensors sollte man nur durchführen, wenn diese wirklich notwendig ist. Zur Überprüfung kann man ein weißes Blatt oder eine weiße Wand fotografieren, hierfür die kleinste Blende wählen, Autofokus abschalten und komplett defokussieren (Unendlich). Sind auf dem so gemachten Bild Flecken zu erkennen, sind es wahrscheinlich Verunreinigungen auf dem Sensorchip. Verunreinigungen die nur im Sucher zu sehen sind, aber auf den späteren Bildern nicht, sind keine Sensorverunreinigungen, eher befinden sich Staubpartikel auf dem Spiegel. Ist Staub auf der Sensoroberfläche und die kamerainterne Reinigung bekommt diesen nicht weg, kann man versuchen ihn mit dem Air Blower zu entfernen. Hierzu den Spiegel hochklappen (siehe Bedienungsanleitung der Kamera) den Body mit dem Sensor nach unten halten und den Sensor kräftig mit dem Air Blower ausblasen. !Vorsicht! Unbedingt darauf achten, dass man auf gar keinen Fall den Sensor (bzw. den Tiefpassfilter) oder irgendein anderes internes Bauteil der Kamera mit dem Air Blower berührt. Wenn man Glück hat, ist der Sensor nun sauber. Wenn nicht, dann am Besten eine Reinigung durch einen Profi durchführen lassen. Eine kostenlose Reinigung des Sensors wird immer wieder auf Fotomessen und während Hausmessen in Fotofachgeschäften angeboten (Check and Clean).



Für den Notfall, der bei mir aber noch nie eingetreten ist, habe ich immer Reinigungsstäbchen von Visible Dust im Gepäck, so könnte ich theoretisch unterwegs den Sensor reinigen. Aber nicht vergessen, kleinere Flecken lassen sich meist problemlos in Photoshop beseitigen.

Reinigung der Kameratasche

Nicht vergessen ab und zu auch mal die Kameratasche zu säubern, je nachdem in welcher Umgebung man fotografiert sammelt sich Staub und vielleicht Sand an. Tasche auskloppen und mit einem Staubsauger einfach gründlich aussaugen. Fertig! Genug gereinigt! Viel Spaß beim Fotografieren!





Hinweis:

Bei den verwendeten Links handelt es sich um Affiliate Links. Durch einen Kauf über den Link werde ich am Umsatz beteiligt. Dies hat für Dich keine Auswirkungen auf den Preis und dient nur der Finanzierung dieser Webseite. Details sind in der Datenschutzerklärung zu finden.

Connect with me

  • Instagram
  • YouTube
mail_clipart.png

Affiliate

Thomas Schnitzler Naturfotografie