• Thomas Schnitzler

Reisebericht Island - Ab ins Hochland! Teil 1: Vom Flughafen bis nach Landmannalaugar

Aktualisiert: 3. Aug 2018



0. Tag: Ankunft

Um kurz vor eins in der Nacht, landete der Flieger auf dem Flughafen Keflavik. Nach einem Anruf beim Vermieter holte dieser mich am Flughafen ab, und die Fahrt ging nach Reykjanesbaer. Diesmal hatte ich mein Auto bei Cheap Jeep gemietet, ich brauchte einen Geländewagen-Camper und bei dieser Firma waren die Preise einigermaßen erschwinglich, die Mietwagen sind schon etwas älter, aber solange sie technisch einwandfrei funktionieren, ist mir das egal. Gemietet hatte ich einen Jeep Grand Cherokee in der Camping Konfiguration. Aber ich bekam ein Upgrade...einen Hummer H2! Damit sollte es absolut keine Probleme im Hochland geben, ein stabiles Fahrwerk, große Geländereifen, viel Bodenfreiheit, 8 Zylinder und über 300 PS würden für eine entspannte Reise sorgen. Der einzige Nachteil war der hohe Benzinverbrauch, knapp 25 Liter/100 km, aber so ein Auto macht einfach trotzdem Spaß!In dieser Nacht ging es noch bis zum Camping- Platz in Selfoss, 1,5 Stunden dauerte die Fahrt und dann war erstmal etwas schlafen angesagt.



1. Tag: Selfoss - Langisjór (250 km)


Nach einer kurzen Nacht und einem Besuch des Supermarktes ging es weiter Richtung Osten, vorbei am Seljalandsfoss und dem Skogarfoss, vorbei an Vik und den schwarzen Stränden. Dafür war diesmal keine Zeit. Den einzigen kurzen Abstecher den ich gemacht habe, führte zu einer kleinen Höhle, von der aus man einen sehr schönen Ausblick über die Landschaft hat.

In Kirkjubæjarklaustur habe ich nochmal den Tank aufgefüllt, dies war zwar ein kleiner Umweg, aber im Hochland sind Tankstellen sehr sehr selten und der Hummer hatte viel Durst. Nun ging es die F208 Richtung Norden, mehrere Flüsse mussten gefurtet werden, aber dies stellte kein Problem da (siehe Video).

Das erste Ziel war eigentlich der Ófærufossar, aber die Sonne stand schon relativ tief und damit war der Wasserfall möglicherweise schon im Schatten, ich habe mich entschieden direkt zum Langisjór zu fahren und am nächsten Vormittag für einen kurzen Abstecher zurück zu kommen.

Auf der F235 Richtung Langisjór sind zahlreiche Furten, allerdings alle recht klein und gut zu bewältigen - zumindest heute. Am Langisjór selber gibt es einen Campingplatz, nun ja, ein Schotterparkplatz und ein freistehendes Waschbecken, Toiletten gab es im wenige Meter entfemten Infohäuschen, das war aber nicht besetzt. Ich war der einzige Camper hier und auf der ganzen Piste sind mir nur 2 Autos begegnet, zu dieser Jahreszeit ein einsamer Ort.

Von einem der Hügel aus hat man einen sehr schönen Blick über den See, leider war ich zu spät  und die Sonne war bereits hinter den Bergen verschwunden und die Hügel lagen zum Teil schon im Schatten. Bei meinem nächsten Besuch muss ich mehr Zeit für diesen Ort einplanen und Wanderungen machen, es scheint ein lohnenswerter Ort zu sein.



2. Tag: Langisjór - Landmannalaugar (90 km)


Am frühen Morgen habe ich noch einmal den Hügel besucht um einen Blick über den See zu haben.

Dann ging es weiter bzw. zurück zum Ófærufossar. Vom Parkplatz aus wandert man etwa 1 Stunde bis zum Wasserfall, der Weg ist einfach zu laufen. Der Ófærufossar lag in der Sonne und bot einen tollen Anblick. Rechts am Wasserfall führt ein Weg hoch auf die erste Stufe, dort befindet sich eine kleine Aussichtsplattform. Früher gab es hier eine natürliche Steinbrücke, unten sind zwei Bilder des Wasserfalls aus einer ähnlichen Perspektive, das eine von dieser Tour, das andere von einer Tour an der mein Vater 1984 teilgenommen hat. Die Steinbrücke ist 1993 eingestürzt.

Ófærufossar 1984

Ófærufossar 2017


Später führte die Fahrt weiter über die F208 und F224 bis nach Landmannalaugar.

Wie im Video zu sehen, waren noch Furten zu durchfahren, aber die stellten für den Hummer H2 kein Problem da.

Mittlerweile gibt es unmittelbar vor dem Campingplatz in Landmannalaugar nur noch eine Furt, über die zweite führt jetzt eine Brücke. Das Wetter wurde zunehmend schlechter, der morgens noch blaue Himmel war nun wolkenverhangen und es begann zu regnen, die Hoffnung hier nochmal Nordlichter zu sehen war dahin. Wie ich später im Internet lass, waren an diesem Abend tolle Nordlichter an der Südküste Islands zu sehen. Naja, man kann nicht immer Glück haben.



3. Tag: Landmannalaugar (0 km)

Heute durfte sich das Auto mal ausruhen, den ganzen Tag hatte ich für Landmannalaugar vorgesehen. Das Wetter spielte mit und nach einem schnellen Frühstück habe ich den Kamerarucksack gepackt und mich auf den Weg gemacht. An der Information auf dem Campingplatz kann man für 300 ISK eine kleine Karte für Tageswanderungen erwerben. Vor zwei Jahren bin hier den Sudurnamur Trail gegangen, diesmal habe ich mich für den Brennisteinsalda Trail (3 Stunden, 6,5km) mit ein paar Abstechern entschieden.

Der Weg führt zunächst durch das Lavafeld, dann durch das Flusstal und anschließend recht steil bergan. Während des Aufstiegs und natürlich auch von oben hat man einen tollen Blick über die Hügel von Landmannalaugar. Ich hatte viel Glück mit dem Wetter, es war bedeckt aber trocken und immer wieder kam die Sonne raus und es ergab sich ein schönes Schattenspiel auf den Hügeln.

Ich habe dann noch ein paar Abstecher in Richtung Süden und in das Tal vor dem Blahnukur gemacht, bevor es wieder durch das Lavafeld zurück zum Campingplatz. Aus den 3 Stunden die der Trail eigentlich dauert, wurden viele Stunden - es war ein toller Tag in einer einmalig schönen Landschaft.



Hier geht es zum Teil 2 der Reise ->


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