• Thomas Schnitzler

Fotos sichern auf Reisen - Die WD My Passport Wireless Pro

Aktualisiert: 19. Mai 2018

Der Test

Die neue Western Digital My Passport Wireless Pro Festplatte stellt - wenn man nach den Herstellerangaben geht - eine deutliche Weiterentwicklung der bisher verfügbaren Festplatten ähnlicher Bauart da. Die Platte ist in den Größen 2 TB und 3 TB erhältlich, größte Unterschiede zur My Passport Wireless, deutlich leistungsstärkerer Akku, zusätzlicher USB 2.0 Host Port und ein deutlich schneller SD-Card Reader. Welche Vor- und Nachteile die Platte tatsächlich mit sich bringt, wird in diesem Test erläutert.

Auch dieser Testbericht beschäftigt sich weitestgehend mit dem Einsatz der My Passport Wireless Pro als Backupmedium für Fotografen. Auf die umfangreichen Funktionen des Mediastreaming wird hier nicht eingegangen.



Video zum Test



Technische Daten des Herstellers

  • SD 3.0 Kartenleser (bis zu 60 MB/s)

  • USB 3.0 zum Anschluss an PC

  • USB 2.0 Host Port für externe USB Geräte 

  • Akkulaufzeit bis zu 10 Stunden (6400 mAh), verwendbar als Powerbar für andere Geräte

  • WLAN 802.11ac, 2,4 Ghz und 5 Ghz (bis zu 433 MB/s)

  • Dateizugriff über WLAN

  • Einsetzbar als WLAN Internet-Hotspot

  • Media Streaming von bis zu 8 HD Videos gleichzeitig

  • Erhältlich mit einer Kapazität von 2 TB oder 3 TB

  • Gewicht 0,45 kg

  • Abmessungen L 126 mm x B 126 mm x H 24 mm


Positiv

  • Stand-Alone Lösung

  • Eingebauter Akku

  • Einfache Handhabung

  • Schneller Transfer von SD Karten

  • Möglichkeit Dateien von CF-Karten zu sichern

  • Fortschrittsanzeige des Kopiervorgangs durch LEDs am Gerät

  • Fehlermeldungen und Erfolgsmeldungen im Dashboard

  • Einsetzbar als Power Bar zum Laden anderer Geräte über USB

  • 5 Ghz WLAN Netz als Alternative zum 2.4 GHz Netz


Negativ

  • USB Host Port nur USB 2.0

  • Erschütterungsempfindlich da keine SSD

  • Daten auf eine HDD am USB-Host Port zu kopieren ist nur umständlich möglich

  • Etwas größer und schwerer als die anderen Festplatten

  • 2,4 GHz Netz sehr langsam, wenn möglich das 5 Ghz Netz verwenden.



Konfiguration und Verbindung zum PC

Die Konfiguration erfolgt, wie auch schon bei der My Passport Wireless, über das Dasboard. Zunächst muss der PC (Tablet oder Smartphone) mit dem WLAN der Festplatte verbunden werden. Was beim Test auffiel, die Verbindung über das 5 Ghz Netz lief wesentlich flüssiger als die über das 2,4 Ghz Netz. Die Konfigurationsoberfläche (Dashboard) kann über einen Browser aufgerufen werden (IP 192.168.60.1), hier lassen sich dann alle wichtigen Einstellungen vornehmen. Eine Übersicht über die einzelnen Funktionen ist in meinem Video zu finden. Zugriff auf die gespeicherten Dateien (Bilder und Videos) erhält man entweder über den Dateibrowser oder die App "My Cloud" von Western Digital.Um größere Datenmengen zu transferieren empfiehlt es sich die Festplatte über den USB 3.0 Port mit dem PC zu verbinden. Die WLAN Netze der Platte werden dann automatisch abgeschaltet. Die Datenübertragung von der My Passport Wireless Pro, auf einen über den USB 3.0 Port verbunden PC, verläuft mit einer vergleichbaren Geschwindigkeit wie bereits bei der WD My Passport Wireless, 100 GB werden in ca 18 Minuten transferiert (~95 MB/s).

Ermittelte Backupzeiten



Ladezeit für den Akku



Einsatz als Backupmedium für Fotografen

Die größten Nachteile der anderen getesteten Geräte sind die langsame Geschwindigkeit mit der die SD Karten kopiert wurden und das man keine CF Karten kopieren konnte, jedenfalls nicht ohne Umwege. Wie sieht dies nun bei der neuen Pro Version der My Passport Wireless aus? ​


Kopieren von SD-Karten

Die durchschnittlich benötigte Zeit um eine 32 GB SD-Karte zu kopieren, liegt bei dieser Festplatte bei 10:20 Minuten, das entspricht einer Transfergeschwindigkeit von immerhin etwa 50 MB/s und ist damit etwa 3-4 Mal so schnell wie bei den anderen hier getesteten Festplatten. Eine beeindruckende Steigerung und eine Kopierzeit mit der man durchaus leben kann. Das Kopieren einer 32 GB SD-Karte verringert die Akku Ladung um etwa 5%. Erste Test zeigten einen unstabilen Kopiervorgang bei einer Akkuladung unter 15%, dh. bei vollem Akku könnte man siebzehn 32 GB Karten sicheren, ebenfalls ein sehr guter Wert.  Zum Speichern legt die Festplatte im Verzeichnis "SD Card Imports" einen Ordner an, als Bezeichnung wird hier das aktuelle Datum verwendet, in diesem Ordner wird ein weiterer Ordner angelegt, der sich aus dem Namen des Herstellers der SD-Karte, der Größe der Karte und der Seriennummer ergibt (zB. \SD Card Imports\2016-06-26\SanDisk SanDisk_SE32G-1 0f890c\ ). So wird sichergestellt, dass alle Karten in separate Verzeichnisse kopiert werden und keine Daten überschrieben werden. Versucht man eine bereits kopierte Karte nochmals zu kopieren, startet der Kopiervorgang nicht, außer Daten auf der Karte haben sich geändert (z.B. zusätzliche Bilder), dann werden nur diese neuen Daten auf die Festplatte geschrieben.  Möchte man den Kopiervorgang abbrechen, ist dies jederzeit über das Dashboard möglich.

Kopieren von CF-Karten

Über dem integriertem USB 2.0 Hostport besteht nun die Möglichkeit weitere USB Geräte anzuschließen. Verbindet man hier ein CF-Cardreader lassen sich nun auch CF-Karten sichern, ein großer Vorteil gegenüber den Workarounds die bei den anderen Systemen notwendig sind. Leider ist die Geschwindigkeit hier deutlich niedriger als beim Kopieren der SD-Karten, zum Kopieren einer vollen 32 GB CF-Karte benötigt das Gerät etwa 22 min, also etwa doppelt so lang wie für den Kopiervorgang einer vergleichbaren SD-Karte. Hier wäre ein USB 3.0 Host Port sehr wünschenswert gewesen.Der Stromverbrauch ist deutlich höher, durch die Sicherung einer 32 GB CF-Karte verliert der Akku etwa 9-10%, das ist doppelt soviel wie beim Kopieren der SD-Karten. Aber nichtsdestotrotz positiv bleibt, dass diese Möglichkeit nun überhaupt besteht und die Kopiergeschwindigkeit ist sogar leicht schneller als bei den internen SD-Kartenlesern der anderen Festplatten! Es gibt jedoch noch ein Problem, die eindeutige Verzeichnisstruktur die beim Sichern der SD-Karten angelegt wird, wird hier nicht angelegt, die Daten werden in das Verzeichnis "USB Imports\Datum\Name des Cardreaders\" kopiert, sichert man nun mehrere CF-Karten am gleichen Tag, landen alle Dateien im gleichen Verzeichnis. Falls Dateien auf den unterschiedlichen CF-Karten den gleichen Namen haben, werden die bereits auf der My Passport Wireless Pro Festplatte befindlichen Files umbenannt und erhalten den Zusatz "-backup-datum". Das ist natürlich nicht optimal, will man doch vielleicht die ursprünglichen Dateinamen behalten. Ich hoffe dieses wird durch ein Firmwareupdate noch behoben.

Meldungen über den Kopiervorgang

Im Dashboard hat man die Möglichkeit sich Ereignisse anzeigen zu lassen. Diese Benachrichtigungen enthalten sowohl Hinweise auf Fehler die während eines Kopiervorgangs aufgetreten wie auch die Anzeige erfolgreicher Kopiervorgänge. Ein gutes Feature wenn man auf ein sicheres Backup seiner Daten wert legt. Warum die erfolgreichen Kopiervorgänge allerdings mit dem Symbol "Warnung" versehen sind, erschließt sich mir nicht so ganz, eventuell ein Fehler der in einem der nächsten Firmewareupdates behoben wird.

Externe HDD am USB 2.0 Host-Port

An den USB 2.0 Port der My Passport Wireless Pro kann man auch eine externe Festplatte anschließen. Auf Knopfdruck oder automatisch (je nach gewählter Einstellung im Dashboard) werden die Daten dieser Festplatte auf die My Passport kopiert. Für 100 GB benötigt die Platte etwa 73 Minuten und der Akku verliert dabei etwa 37% seiner Ladung. Sehr gut wäre es, wenn dies auch anders herum funktioniert und man die Daten der My Passport Wireless Pro auch auf eine externe Festplatte spiegeln könnte, so wäre eine weitere Sicherung der Daten vorhanden und dies wiederum ganz ohne PC, z.B. auf einer externen SSD Festplatte. Leider ist dies nicht ganz so einfach möglich, eine solche Backupfunktion per Knopfdruck oder gar automatisch ist nicht vorgesehen. Es ist jedoch möglich die Daten manuell über die App „My Cloud“ zu kopieren. Will man diese Möglichkeit haben, sollte man unbedingt die Funktion „Automatischer Import“ abschalten, sonst beginnt die My Passport Wireless Pro sofort mit dem Kopieren der Daten der externen HDD, das wäre aber nun die falsche Richtung.In der App wählt man die Verzeichnisse aus, die kopiert werden sollen und fügt sie in ein Verzeichnis der externen HDD ein. Dann startet der Kopiervorgang, oder doch nicht? Es gibt eine Verzögerung in Abhängigkeit der Größe der ausgewählten Daten. Bei 16 GB dauert es 1-2 Minuten bis der Kopiervorgang startet, bei 32 GB etwa 2-3 Minuten und bei 80 GB begann der Kopiervorgang erst nach 7,5 Minuten (wenn man ganze Verzeichnisse auswählt, wählt man die Dateien einzeln aus, startet der Vorgang schneller).


Innerhalb dieser Zeit blinkt keine LED an der Festplatte, man kann nur im Aktivitätsbericht sehen, dass die Platte scheinbar beschäftigt ist. Kopiert man die Ordner mit den Backup-Verzeichnissen der SD Karten, erhält man kurz nachdem der Kopiervorgang gestartet ist, eine Fehlermeldung im Aktivitätsbericht. Der Kopiervorgang läuft allerdings weiter und wird auch erfolgreich durchgeführt, dies wird aber leider nicht gemeldet. Das Ende des Vorgangs kann man nur an der nicht mehr blinkenden LED der externen HDD erkennen. Die LEDs der My Passport Wireless Pro blinken nicht, bzw. nur sporadisch. Hier fehlt eine korrekte Meldung in der App und eine Fortschrittsanzeige mit Restlaufzeit wäre natürlich auch wünschenswert. Ein weiteres Problem, man kann den Vorgang nirgends sauber abbrechen. Beginnt man z.B. unterwegs, in einer Pause mit dem Kopieren, will aber dann weiter, hat man ein Problem, da es sich ja um eine klassische HDD handelt, darf die My Passport Wireless Pro keinen Erschütterungen ausgesetzt werden. Bleibt nur warten oder das einfache Ausschalten der Platte, ob dies dann eventuell aber zu Datenverlust führt, kann ich nicht sagen. Hier fehlt eindeutig ein Abbruch Button, wie er auch für die anderen Kopiervorgänge vorgesehen ist. Um 32 GB auf die externe HDD zu kopieren, benötigt die My Passport Wireless Pro etwa 21 Minuten und damit genauso lange wie für den umgekehrten Vorgang (Daten von einer CF Karte auf die Wireless Pro).

Laden anderer Geräte

Über den USB 2.0 Host Port kann man andere USB Geräte aufladen, für den Notfall ein schönes Extra. In meinem Test konnte ich einen LP-E6N (das ist ein gängiger Kamera Akku für Canon DSLRs) zu 90% aufladen bevor der Akku der Festplatte nahezu leer war. Das reicht natürlich schon für einige Bilder, für den Notfall also geeignet, als Stromquelle für einen längeren Zeitraum aber nicht, das ist aber auch sicher nicht die Hauptaufgabe dieser Festplatte.


Kompatibilität

Es gibt von Western Digital eine Kompatibilitätsliste mit einigen Geräten die zum Anschluss an die My Passport Pro geeignet sind. Die Liste findet sich hier.

Schlussbemerkung

Was fehlt zusammengefasst der Platte noch? Zum einen der bereits erwähnte USB 3.0 Host Port und zum anderen wäre es schön gewesen, wenn das Kopieren von Daten über den USB-Host Port in beiden Richtungen mit nur einem Knopfdruck möglich wäre. So hätte man die Daten direkt auch noch an einem zweiten Ort sichern können, denn ein Backup ist ja bekanntlicherweise kein Backup. Die entsprechende Funktion in der App "My Cloud" von Western Digital funktioniert leider ganz und gar nicht optimal, die Fehler wurden von WD auch nach Monaten nicht behoben. Deswegen rate ich von der Verwendung der App ab. Daten die über die USB Schnittstelle auf die Platte kopiert werden, sollten in der gleichen, eindeutigen Verzeichnisstruktur, wie die Daten der SD-Karten abgelegt werden. Eine Version mit SSD Laufwerk wäre noch wünschenswert, auch wenn diese dann deutlich teurer sein dürfte. Unterwegs ist die Platte immer Erschütterungen ausgesetzt, einer SSD Version würde dies nichts ausmachen. Zusammenfassend kann man sagen, die My Passport Wireless Pro ist eine deutlich verbesserte Version und mit Abstand die beste Möglichkeit Backups von seinen Bildern unterwegs zu machen (wenn man mal vom Laptop absieht). Das Sichern der SD-Karten verläuft schnell, man kann CF-Karten sichern (Weboberfläche verwenden! Nicht die App), man erhält eine Rückmeldung über den erfolgreichen Abschluss der Kopiervorgänge und man hat mit der Festplatte auch noch eine Powerbank für den Notfall dabei. Es gibt noch ein paar kleinere Macken, aber generell ist die Platte auf jeden Fall eine Empfehlung wert und sie wird mich sicher auf meinen nächsten Reisen begleiten.

Aktualisierungen


08.01.2018

Neue Firmware Version (1.04.17), manueller Download hier.

17.04.2017

Neue Firmware Version (1.03.04), manueller Download hier. Zahlreiche Fehlerbehebungen, eine Liste finde sich auf der Downloadseite. ​


23.12.2016  

Neue Firmware Version (1.02.24), manueller Download hier. Zahlreiche Fehlerbehebungen, eine Liste finde sich auf der Downloadseite. ​


25.07.2016

Es gibt eine neue Firmware Version (1.01.11), manueller Download hier. Hinsichtlich der geschilderten Probleme bringt diese Firmware jedoch keine Verbesserung, andere Fehler wurden aber wohl korrigiert.

<- Übersichtsartikel "Fotos sichern auf Reisen - Das Fazit"

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