• Thomas Schnitzler

Reisebericht Island - 11 Tage unterwegs im Winter

Aktualisiert: 22. Apr 2018


1. - 2. Tag (420 km): Keflavik - Vellir - Jökulsarlon

Mit Air Berlin ging es von Düsseldorf nach Reykjavik oder besser gesagt nach Keflavik, den dort befindet sich der internationale Flughafen. Nach der Übernahme des Mietwagens habe ich mich sofort auf den Weg zur Südküste gemacht und zum Wrack der DC-3 am Solheimasandur Beach. Im Anschluss an zahlreiche Fotos ging es zur ersten Unterkunft dieser Reise, dem Guesthouse Vellir.

Am nächsten Morgen entschied ich mich nochmals zum Flugzeugwrack zu fahren und dort die morgendliche Lichtstimmung einzufangen. Im Winter war es morgens hier sehr ruhig, außer mir waren nur vereinzelt andere Fotografen vor Ort, im Sommer ist hier sicher viel mehr los und man wird Probleme haben ungestört zu fotografieren.

Viel Zeit hatte ich allerdings nicht, für den frühen Nachmittag hatte ich eine Eishöhlentour gebucht und diese startete vom Parkplatz an der Gletscherlagune Jökulsarlon. Also habe ich mich auf den Weg gemacht und hatte noch Zeit im kleinen Cafe an der Lagune eine Suppe zu essen.

Die Eishöhle lag etwa 20 min von Jökulsarlon entfernt, gefahren sind wir mit diesem Gefährt.

Es war ein tolles Erlebnis durch so eine Eishöhle laufen und kriechen zu können, zu erleben wie das Licht durch die meterdicke Eisdecke des Gletschers schimmert und die Höhle erhellt. Allerdings war die Höhle auch sehr überlaufen, mehrere Touranbieter waren gleichzeitig hier unterwegs, dadurch war es sehr schwierig wirklich gute Bilder zu machen, den ohne Stativ und Langzeitbelichtung geht hier nichts.

Nach der Rückkehr zur Gletscherlagune Jökulsarlon, blieb noch Zeit den Sonnenuntergang an der Lagune zu genießen. Der vordere Teil des See war praktisch eisfrei, ganz anders als im Herbst, als hier alles voll mit Eisschollen war. 

In der ferne lagen einige Seehunde auf dem Eis, einige schwamen umher, leider war es irgendwann zu dunkel um zu fotografieren, aber ich habe sie noch lange beobachtet. Übernachtet habe ich im etwas weiter östlich gelegenem Guesthouse Holmur.


3. Tag (110 km): Stokksnes - Hoffellsjökull

Das Ziel für diesen Tag war Stokksnes, die dortige Dünenlandschaft und natürlich der Berg Vestrahorn. Ich war früh unterwegs und auf dem Weg vom Guesthouse Holmur Richtung Stokksnes waren entlang der Strasse viele Rentiere unterwegs

Stokksnes erreicht man über eine Privatstrasse, für die Benutzung muss man im kleinen Cafe an der Strasse eine Gebühr entrichten. Dann kann man die Dünenlandschaft und die Küste erkunden.

Nach vielen Fotos vom Vestrahorn, bin ich über Mittag zum Hoffellsjökull gefahren, der Weg war dick verschneit, aber die Piste war gut erkennbar und mit meinem 4x4 Wagen problemlos zu befahren. Am Höffellsjökull habe ich dann eine kurze Wanderung unternommen - soweit es der dortige Schnee zuließ. Im Sommer ist dieses Gebiet sicher deutlich einfacher zugänglich und ein lohnenswerter Abstecher von der Ringstrasse.

Am späten Nachmittag war ich zurück auf Stokksnes um die Bergsilhouette im Abendlicht zu fotografieren. Die Bewölkung nahm immer mehr zu, bald lag der Berg komplett im Schatten und als es anfing zu regnen, bin ich zum Guesthouse Seljavellir aufgebrochen.



4. - 5. Tag (390 km): Ice Beach - Svinafellsjökull - Kalfafell

Von Höfn aus ging es nun wieder nach Western, erster Stop war der auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Jökulsarlon gelegene Ice Beach. Im Herbst war hier sehr viel mehr Eis als jetzt im Winter, aber das hatte ich ja auch schon zuvor an der Gletscherlagune Jökulsarlon bemerkt. Das Eis reichte aber durchaus, um mich und meine Kamera bei Regen und Schnee einige Zeit zu beschäftigen.

Im Anschluss an das Trocknen der Kamera und der Objektive bin ich weiter zum Svinafellsjökull gefahren, man kann dort sehr einfach, sehr nah an die Gletscherzunge gelangen. Ein toller Anblick!

Die Unterkunft für diese Nacht war das etwa 50 km weiter westlich gelegene Fosshotel Nupar. Es sah aus, als bestünde es aus lauter aneinander gestellten Containern, war aber innen vollkommen in Ordnung.

Den größten Teil der Nacht habe ich aber nicht mit schlafen verbracht, sondern mit Suchen und Fotografieren von Nordlichtern. Und diese Nacht war fantastisch, das Polarlicht war sehr sehr hell und der ganze Himmel war voll, leider habe ich keinen besonders tollen Vordergrund gehabt, aber es war ein absolut unvergessliches Erlebnis.

Am Vormittag des 5. Tages habe ich dann nochmal den Svinafellsjökull besucht, nicht direkt am Aussichtspunkt, sondern etwas weiter rechts auf den Hügeln, von dort aus ist die Sicht deutlich besser. Aber leider wollte die Sonne wieder nicht durch die Wolken brechen und es war alles grau in grau. ​Die Nacht habe ich im Guesthouse Vellir verbracht, in dem ich schon am ersten Tag meiner Reise geschlafen hatte.

6. Tag (160 km): Gluggafoss - Kvernufoss - Seljalandsfoss

Dieser Tag gehörte ganz den Wasserfällen. Am Vormittag zunächst der Gluggafoss, gefolgt vom Kvernufoss und am späten Nachmittag der Seljalandsfoss. Diese Reihenfolge ist zwar etwas ungünstig, aber der Seljalandsfoss kommt in der Abendsonne am besten zur Geltung und daher musste ich etwas mehr fahren.

Zum Mittagessen hatte ich wieder Backfisch von einem kleinen Imbisswagen in der Nähe des Skogarfoss - genau wie schon im letzten Jahr.

Fotografieren am Wasserfall Island
Gluggafoss Iceland
Kvernufoss
Kvernufoss
Seljalandsfoss im Winter

Das Hotel Fljotshlid lag nicht weit entfernt und diente für diese Nacht als Unterkunft.

7. Tag (120 km): Bruarfoss - Gullfoss

Am Morgen ging es über verschneite Strassen zum Bruarfoss. Der Weg zum Bruarfoss  ist nicht ausgeschildert und war im Winter definitiv nur mit einem 4x4 Wagen und entsprechend Bodenfreiheit erreichbar, die Nebenstrasse die in Richtung des Wasserfalls führt, war nicht geräumt. Der Bruarfoss ist relativ klein, aber sehr schön, besonders das türkisfarbende, weiß aufgeschäumte Wasser in Kontrast zu den dunklen Felsen sieht toll aus. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Anschließend war noch Zeit zum Gullfoss zu fahren, ich hatte ihn schon im letzten Herbst besucht, aber im Winter mit Schnee und Eis sieht es hier schon wieder ganz anders aus.

Der untere Aussichtspunkt war leider nicht erreichbar, der Weg war wegen zuviel Eis gesperrt. Ohne Spikes an den Schuhen konnte man aber auch am mittleren Aussichtspunkt nicht laufen, es war eine einzige Eisfläche. Etwas erstaunt hat mich die Anzahl an Touristenbussen, mit so vielen hätte ich im Winter nicht gerechnet, aber auch zu dieser Jahreszeit steigen die Touristenzahlen wohl ständig an.

Übernachtung im Hotel Gullfoss




8. - 9. Tag (490 km): Snaefellsnes

Das nächste Ziel war die Halbinsel Snaefellsnes. Sehr starker Wind und Schneefall haben die Fahrzeit deutlich verlängert. Das Ziel für diesen Tag war der Kirkjufellsfoss, ein bekannter und oft fotografierter Wasserfall an der Nordküste der Halbinsel.

Mit der Abenddämmerung setzte dann wieder Schneefall ein und auf meiner Fahrt nach Olafsvik war außer den Begrenzungspfählen von der Strasse nichts mehr zu erkennen. Irgendwann hatte ich dann aber Olafsvik erreicht und bekam noch ein sehr leckeres Abendessen im North Star Hotel Olafsvik.

Der 9. Tag machte dem Sprichtwort "Wenn Dir das Wetter auf Island nicht gefällt, warte 5 Minuten!" alle Ehre. Es war ein ständiger Wechsel zwischen strahlendem Sonnenschein, Schneetreiben und Regen. Die Fahrt ging von Olafsvik über die 56 an die Südküste, vorbei an der Kirche Budakirkja, dem Felsbogen in Arnarstapi, um die Spitze der Halbinsel herum und zum Leuchturm Svörtuloft.

Beeindruckend hohe Wellen haben dort gegen die Küste geschlagen, leider war sonst niemand hier unterwegs und so habe ich leider keinen Größenvergleich auf den Bildern, das Wasser hat einige Meter über die obere Kante der Küste gespritzt. Beeindruckend wenn man es miterlebt hat. 

Langsam neigte sich die Reise nun schon wieder dem Ende zu und da man im Winter immer wieder mit heftigen Stürmen und starken Schneefällen rechnen muss, sollte man sich nicht zu spät wieder in Richtung Flughafen aufmachen. Abends erreichte ich Borgarnes und da es aufgrund des Wetters unter Umständen zu Straßensperrungen kommen könnte, empfahl dann der Wirt des Hotel Hafnarfjall​ den Gästen auch früh morgens weiter Richtung Süden zu fahren. 




10. - 11. Tag (210 km): Reykjavik - Thingvellir

Das Hotel hatte ich dann auch sehr früh verlassen und bin erst einmal nach Reykjavik gefahren, um dort die regenreichen Stunden des Vormittags zu verbringen. Gegen Mittag klarte es auf und es blieb Zeit für einen Abstecher nach Thingvellir und für ein paar kurze Wanderungen im Nationalpark.

Gegen Abend ging es dann zum letzten Hotel dieser Reise, dem Hotel Hafnarfjordur und später noch einmal raus um auf die Jagd nach Nordlichtern zu gehen. Ein schwaches grünes Leuchten konnte ich sehen, nicht genug für gute Fotos aber ein schöner Abschluss für diese Reise.

Der Abflugtag war gekommen und nach einem ausgiebigem Frühstück musste ich erstmal den Mietwagen aufräumen und die Sachen für den bevorstehenden Flug einpacken. Den Wagen konnte man einfach auf dem Langzeitparkplatz des Flughafens abstellen und den Schlüssel im Wagen lassen. Den Vermieter habe ich per SMS informiert und damit war die unkomplizierte Rückgabe auch schon abgeschlossen.

Auch diese zweite Reise nach Island hat mich total begeistert und ich freue mich schon auf die dritte Reise. Viel Neues und aber auch viel Bekanntes gibt es hier noch zu erkunden!


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