Erfahrungen mit Mietwagen und Campern in Island
Unterwegs im Wohnmobil | Bild © Torsten Wagner
Auf meinen Islandreisen war ich inzwischen mit ganz unterschiedlichen Mietfahrzeugen unterwegs: vom kleinen Minicamper über einen klassischen Mietwagen und ein Wohnmobil bis zum 4x4-Camper für das Hochland. Dabei habe ich auch verschiedene Vermieter ausprobiert – unter anderem Rent.is, CampEasy, Go Campers und Icerental4x4.
Einen Anbieter, bei dem ich grundsätzlich immer buche, habe ich trotzdem nicht. Fahrzeugtyp, Route, Jahreszeit und natürlich der Preis unterscheiden sich von Reise zu Reise. Für die Ringstraße reicht mir meist ein normaler PKW oder Minicamper, für das Hochland brauche ich dagegen einen geeigneten 4x4. Manchmal habe ich deshalb während einer Reise sogar das Fahrzeug gewechselt.
Welches Fahrzeug für welche Islandreise?
Welches Fahrzeug sinnvoll ist, hängt vor allem von der geplanten Route ab. Für viele Reisen reicht ein normaler Mietwagen oder Minicamper aus. Wer ins Hochland möchte, braucht dagegen einen geeigneten 4x4.
Mehr zu diesem Thema findest du auf meiner Seite Fahrzeugwahl für deine Islandreise.
Aktuelle Erfahrungen mit Mietwagen und Campern
Rent.is
Bei Rent.is habe ich inzwischen mehrfach Fahrzeuge gemietet – vom kleinen Minicamper bis zum Toyota Hilux 4x4 Camper. Zuletzt war ich im Juli 2026 für zwei Wochen mit einem Fiat Doblo unterwegs. Das gleiche Modell hatte ich bereits im Juni 2025 gemietet. Im Herbst 2024 waren es ein VW Caddy Minicamper und anschließend ein Toyota Hilux 4x4 Camper für das Hochland.
Insgesamt waren meine Erfahrungen mit Rent.is bisher gut, auch wenn es bei den einzelnen Fahrzeugen ein paar kleinere Probleme gab.
Fiat Doblo Minicamper
Bei meiner letzten Anmietung fiel bereits bei der Übergabe auf, dass die Schiebetür nicht richtig funktionierte und außerdem ein Ölwechsel fällig war. Dadurch verzögerte sich die Abholung etwas. Mir wurde angeboten, stattdessen einen anderen Camper zu nehmen. Da die Wartezeit mit ungefähr 45 Minuten angegeben wurde, entschied ich mich aber dafür, auf das ursprünglich gebuchte Fahrzeug zu warten.
Danach konnte es losgehen und unterwegs hat der Camper problemlos funktioniert. Alles, was ich für die zwei Wochen brauchte, war an Bord. Lediglich die Standheizung funktionierte nicht. Da es während dieser Reise relativ warm war, habe ich sie nicht benötigt. Bei niedrigeren Temperaturen wäre das natürlich ein deutlicher Nachteil gewesen.
Abgesehen davon war der Minicamper für die zwei Wochen ein guter Reisebegleiter. Mit dem Service bei der Übergabe war ich trotz der Verzögerung zufrieden. Das Problem mit der Schiebetür wurde nicht einfach ignoriert und mir wurde direkt angeboten, das Fahrzeug zu tauschen.
Noch eine kleine Überraschung am Rande: Obwohl in Island fast alles ziemlich teuer ist, war Diesel während dieser Reise deutlich günstiger als in Deutschland.
Einen Fiat Doblo hatte ich bereits ein Jahr zuvor bei Rent.is gemietet. Auch damals verlief die Abholung am Flughafen problemlos und die Übergabe ging schnell. Das Fahrzeug war sauber und relativ neu.
Im Camper war eigentlich alles vorhanden, was man für eine solche Reise benötigt: Tisch und Stühle, Schlafsäcke und Kopfkissen, Kochtöpfe, Geschirr, Gaskocher mit Gaskartusche und eine Kühlbox. Zusätzlich gab es eine kleine elektrische Heizung sowie eine 220-V-Steckdose, die genutzt werden konnte, wenn der Camper auf dem Campingplatz mit Strom verbunden war.
Ein paar der Sachen hätte ich allerdings gerne bei der Vermietung gelassen. Gerade in einem kleinen Camper ist jeder freie Platz willkommen und ich nehme lieber nur das mit, was ich tatsächlich brauche. Bei anderen Mietwagen war das bisher kein Problem gewesen, diesmal wollte der Mitarbeiter die überzähligen Sachen aber nicht aus dem Fahrzeug nehmen.
Das Bett und die Kopfkissen waren bequem und durch die Vorhänge ließ sich der Camper sehr gut abdunkeln. Gerade im isländischen Sommer, wenn es nachts kaum dunkel wird, ist das nicht ganz unwichtig.
Die Batterie für Standheizung und Kühlbox hatte ebenfalls ausreichend Kapazität. Ich habe es während der Reise jedenfalls nicht geschafft, sie unter 50 % zu entladen.
Vergessen worden waren allerdings eine zusätzlich gebuchte Decke und ein Handtuch. Das ist mir bei der Übergabe selbst nicht aufgefallen. Die Kosten dafür wurden mir später ohne Diskussion erstattet.
VW Caddy Minicamper
Im Herbst 2024 hatte ich zunächst einen VW Caddy Minicamper von Rent.is. Damit war ich entlang der Südküste und auf den Vestmannaeyjar unterwegs, bevor ich für den zweiten Teil der Reise auf einen Toyota Hilux wechselte.
Der Caddy war für diesen Teil der Reise vollkommen ausreichend. Gerade wenn man alleine unterwegs ist, finde ich so einen kleinen Camper sehr praktisch. Er ist kompakt, lässt sich fast wie ein normaler PKW fahren und bietet trotzdem alles, was man zum Schlafen und Kochen braucht.
Zwei Dinge haben mir allerdings weniger gut gefallen. Die Matratze war ziemlich dünn und man konnte die Verstrebungen des Unterbaus deutlich spüren. Für eine Nacht wäre das kein großes Problem gewesen, nach mehreren Nächten wurde es aber etwas unbequem.
Auch die Verdunkelung fand ich nicht besonders praktisch. Die Vorhänge wurden von innen mit Magneten befestigt und mussten jeden Abend einzeln angebracht werden. Einfache Vorhänge zum Zuziehen, wie ich sie aus anderen Campern kenne, wären mir lieber gewesen.
Toyota Hilux 4x4 Camper
Für den zweiten Teil der Reise wechselte ich auf einen Toyota Hilux 4x4 Camper. Für die komplette Reise wäre mir der Hilux einfach zu teuer gewesen und an der Südküste hätte ich ihn auch nicht gebraucht. Im Hochland sah das anders aus.
Dort war der Hilux wirklich eine sehr gute Wahl. Ich war vorher schon mit kleineren SUVs im Hochland unterwegs, aber der Unterschied ist deutlich. Auf schlechten Schotterpisten fährt sich der Hilux wesentlich entspannter und auch größere Unebenheiten steckt er ziemlich problemlos weg.
Besonders bei Flussdurchquerungen war ich froh, ein etwas größeres und höheres Fahrzeug zu haben. Natürlich heißt das nicht, dass man damit einfach durch jede Furt fahren kann. Wasserstand, Strömung und Untergrund muss man trotzdem vorher anschauen. Aber im Vergleich zu vielen kleineren SUVs hat man mit dem Hilux einfach deutlich mehr Reserven.
Mir hat das Fahren damit wirklich Spaß gemacht. Gerade auf den langen Hochlandpisten passt so ein Fahrzeug einfach gut. Schotter, Schlaglöcher, ausgewaschene Stellen oder Furten – genau dafür würde ich den Hilux wieder nehmen.
Der Camperaufbau war ebenfalls praktisch. Es gab eine Standheizung, einen fest eingebauten Kühlschrank, eine kleine Spüle und einen Gaskocher. Platz war für mich alleine mehr als genug vorhanden.
Nur das Bett war nicht ganz optimal. Es ist quer eingebaut und für mich mit meinen 1,93 m etwas zu kurz. Ich konnte damit leben, wirklich bequem ausgestreckt schlafen war aber nicht möglich.
Mein Fazit zu Rent.is
Auch die Rückgabe der Fahrzeuge verlief bei meinen bisherigen Anmietungen bei Rent.is immer unkompliziert. Ich buche Mietwagen in Island allerdings grundsätzlich mit einer sehr umfangreichen Versicherung (Platinum). Das ist nicht billig, aber Reparaturen können in Island schnell teuer werden und ich bin damit einfach entspannter unterwegs.
Unterm Strich habe ich mit Rent.is gute Erfahrungen gemacht und würde dort auch wieder ein Fahrzeug mieten. Bei der Übergabe schaue ich inzwischen allerdings etwas genauer hin und probiere vor der Abfahrt auch Dinge wie Standheizung, Türen und die übrige Ausstattung einmal aus. Aber das sollte man bei allen Vermietern machen.
CampEasy
CampEasy - Parkplatz am Trailhead zum Mulagljufur Canyon
VW Bus 4×4 Camper
Im März 2024 hatte ich einen 4x4 VW Bus Camper von CampEasy gemietet. Der Camper war deutlich größer als die Minicamper, mit denen ich sonst meistens in Island unterwegs bin. Gerade im Winter/Frühjahr ist es angenehm auch mal im Fahrzeug sitzen zu können oder sich umzuziehen.
Zur Ausstattung gehörten eine Standheizung, eine kleine Spüle und eine Kühlbox. Im hinteren Teil gab es zwei Sitzbänke und einen Tisch. Entfernte man den Tisch, ließen sich die Sitzbänke zu einer großen Liegefläche umbauen. Da ich alleine unterwegs war, habe ich das nur am ersten und letzten Tag gemacht. Während der Reise blieb das Bett einfach aufgebaut, den Tisch habe ich nicht wirklich vermisst. Das spart morgens und abends einiges an Arbeit.
Insgesamt war das Fahrzeug in Ordnung, aber leider gab es ein unerfreuliches Erlebnis: Am ersten Morgen ließ sich die Schiebetür von innen nicht mehr öffnen, da das Schloss defekt war. Um das Auto verlassen zu können, musste ich durch das kleine Fenster in der Abtrennung zur Fahrerkabine klettern.
Nachdem ich zahlreiche Chatnachrichten mit dem Vermieter ausgetauscht hatte, den ich über ein Tablet kontaktieren konnte (das Tablet wird bei der Fahrzeugübernahme bereitgestellt), verging fast ein ganzer Urlaubstag, bis der Schaden behoben war. Die Mietfirma erklärte, ich hätte ein älteres Fahrzeug-Modell gemietet – das mag zutreffen, aber dennoch erwartet man, dass ein Mietwagen technisch einwandfrei funktioniert.
Für die Reparatur musste ich etwa 1.5 Stunden zu einer Werkstatt fahren und später wieder zurück. Dort waren die Mitarbeiter sehr hilfsbereit und haben das Schloss kreativ repariert. Eine Kordel wurde zum neuen Türöffner – das hat funktioniert und bis zum Ende der Reise gehalten. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an das Team von Unicars Bílaþjónustu, das mir sehr geholfen hat!
Bei der Rückgabe entschuldigte sich die Mitarbeiterin von CampEasy noch einmal für das Problem. Das fand ich gut, auch wenn es natürlich ärgerlich blieb, fast einen kompletten Urlaubstag durch den Defekt verloren zu haben.
Fazit
Technische Probleme können natürlich immer auftreten, und auch bei guter Wartung lassen sie sich manchmal nicht vermeiden. Abgesehen von der defekten Schiebetür war ich mit dem Camper sehr zufrieden. Er bot viel Platz, die Ausstattung passte und für eine Reise im Winter/Frühjahr fand ich ihn deutlich angenehmer als einen Minicamper.
Die Organisation der Reparatur hätte aus meiner Sicht etwas schneller gehen können, am Ende wurde das Problem aber gelöst und danach hatte ich mit dem Camper keine weiteren Schwierigkeiten. Da das Fahrzeug ansonsten insgesamt in einem gutem Zustand war, gehe ich nicht davon aus, dass solche Vorfälle bei der Mietfirma regelmäßig passieren.
Der Defekt würde mich deshalb nicht grundsätzlich davon abhalten, noch einmal bei CampEasy zu mieten.
Frühere Erfahrungen mit Mietwagen und Campern
Icerental4x4
Bei Icerental4x4 habe ich zweimal ein Auto gemietet, zuletzt 2019 einen Jeep Renegade und davor 2016 einen Suzuki Vitara. Beide Reisen fanden im Winter/Frühling statt, übernachtet habe ich in Hotels und Gästehäusern. Ist man im Winter in Island unterwegs, ist ein 4x4 Fahrzeug die beste Wahl.
Besonders mit dem Jeep Renegade war ich sehr zufrieden. Er war kompakt, bot aber trotzdem ausreichend Platz und ließ sich auch auf vielen schlechteren Pisten angenehm fahren. Für echte Hochlandpisten und tiefere Furten sind beide Fahrzeuge recht klein, aber im Winter und Frühling sind die Hochlandpisten noch geschlossen und auf den verbleibenden Straßen sind diese Fahrzeuge meist vollkommen ausreichend.
Bei beiden Anmietungen gab es weder mit den Fahrzeugen noch bei der Übergabe Probleme. Meine Erfahrungen mit Icerental4x4 waren damals durchweg positiv.
Der Reisebericht ist hier im Blog zu finden:
CheapJeep
Meine Erfahrung mit CheapJeep stammt aus dem Jahr 2017 und bezieht sich auf den damaligen Betreiber. CheapJeep ist inzwischen in neue Hände übergegangen, daher lässt sich meine damalige Erfahrung nicht auf den heutigen Anbieter übertragen.
Gebucht hatte ich einen Jeep Grand Cherokee 4x4 Camper. Bei der Abholung war dieser allerdings nicht verfügbar und ich bekam stattdessen ein kostenloses Upgrade auf einen Hummer H2.
Der Hummer war als einfacher Camper umgebaut. Im Heck lag eine Matratze, außerdem waren Gaskocher, Geschirr und das notwendige Campingzubehör dabei. Ich habe sehr gut darin geschlafen.
Der Wagen war schon ziemlich alt und mit rund 25 Litern auf 100 Kilometer alles andere als sparsam. Trotzdem war er wahrscheinlich das beste Geländefahrzeug, mit dem ich bisher in Island unterwegs war. Auf den Hochlandpisten machte er einfach Spaß und es war schon etwas Besonderes, einmal zehn Tage mit so einem Auto unterwegs zu sein.
Probleme mit dem Fahrzeug oder bei der Übergabe gab es damals keine. Mit meiner Anmietung war ich insgesamt sehr zufrieden. Es waren tolle 10 Tage!
Der Reisebericht mit Videos von der Fahrt durchs Hochland ist hier im Blog zu finden:
Grand Iceland
2016 war ich für 20 Tage mit einem Ford Transit Connect Minicamper von Grand Iceland unterwegs. Die damalige Webseite des Vermieters ist inzwischen nicht mehr erreichbar und ich konnte nicht feststellen, ob Grand Iceland heute noch Fahrzeuge vermietet.
Bei meiner Ankunft wurde ich in der Eingangshalle des Flughafens von Guðmundur Björgvinsson, dem sehr freundlichen und hilfsbereiten Besitzer von Grand Iceland, erwartet und nach Reykjavík gefahren. Dort fand die unkomplizierte Übergabe des Campers statt. Bevor es losging, bekam ich noch einige Tipps für mögliche Ziele auf meiner Reise.
Der kleine Camper war für die Reise erstaunlich praktisch. Trotz meiner Größe von 1,93 m konnte ich gut darin schlafen. Zur Ausstattung gehörten unter anderem Standheizung, Kühlbox, kleines Waschbecken, Gaskocher und Campinggeschirr. Besonders praktisch fand ich die Solarzellen auf dem Dach – etwas, das man auf vielen heutigen Minicampern in Island leider vergeblich sucht. Auch WiFi war damals schon an Bord.
Auch die Rückgabe nach den 20 Tagen verlief problemlos. Mit Grand Iceland war ich damals rundum zufrieden.
Der Reisebericht ist hier im Blog zu finden:
Go Campers
Im Herbst 2015 war ich mit einem Mitsubishi Pajero 4x4 Camper von Go Campers im Hochland unterwegs. Der Wagen hatte eine Standheizung, ein Bett für zwei Personen, eine elektrische Kühlbox, ein kleines Waschbecken mit fließendem Wasser und das wichtigste Campingzubehör.
Gerade fürs Hochland fand ich den Pajero damals richtig gut. Abends kein Zelt aufbauen zu müssen und bei Wind, Regen oder auch mal Schnee einfach im Auto schlafen zu können, war schon sehr angenehm. Innen war mehr Platz, als man von außen vermuten würde.
Die Mitarbeiter von Go Campers waren sehr freundlich und hilfsbereit. Einige ihrer Tipps haben meine Reise tatsächlich beeinflusst. Mit dem Auto hatte ich keine Probleme und auch Übernahme und Rückgabe funktionierten ohne Schwierigkeiten. Ich war mit Go Campers damals sehr zufrieden.
Der Reisebericht ist hier im Blog zu finden:
McRent
Auf derselben Reise 2015 bin ich nach dem Pajero von Go Campers auf ein Wohnmobil von McRent umgestiegen, einen Sunlight T68. Nach den Tagen im 4x4 Camper war das natürlich eine ganz andere Art zu reisen.
Im Wohnmobil gab es deutlich mehr Platz und Komfort: Heizung, warmes Wasser, Dusche, Toilette, Kühlschrank und Gasherd waren an Bord. Gerade wenn das Wetter draußen ungemütlich wurde, war das schon sehr angenehm.
Mit dem Wohnmobil waren wir hauptsächlich auf der Ringstraße unterwegs. Probleme mit dem Fahrzeug gab es während der Reise keine und auch mit McRent war ich damals zufrieden.
Der Reisebericht ist hier im Blog zu finden: