Kamera-Akkus mit USB-C – meine Erfahrungen

SmallRig LP-E6P Akkus, eine Canon R5 Mark II, Powerbank, USB-C Ladegerät und LAdegerät für Zigarettenanzünder auf einem Tisch.

LP-E6P Akkus von SmallRig mit USB-C Port zum Aufladen und Ladestandsanzeige über LEDs.

Alternative Kamera-Akkus gibt es schon sehr lange. Interessant finde ich vor allem Modelle, die mehr können als die Originalakkus von Canon. Beim LP-E6 sind das inzwischen zum Beispiel ein integrierter USB-C-Anschluss und eine Ladestandsanzeige direkt am Akku.

Es ist kein wissenschaftlicher Vergleichstest unterschiedlicher Akkus, sondern nur die Wiedergabe meiner Erfahrungen.

Das ist ein unabhängiger Bericht. Ich habe keine Kooperation mit den Herstellern der genannten Akkus. Alle Akkus habe ich regulär im Handel gekauft.

Warum ich das Canon-Ladegerät ersetzt habe

Angefangen habe ich ganz klassisch LP-E6-Akkus von Canon und auch damals schon Nachbauten verwendet. Zunächst habe ich nur das Ladegerät ausgetauscht. Das Canon-Ladegerät ist für unterwegs aus zwei Gründen nicht besonders praktisch: Es ist relativ groß und wird direkt an der Steckdose betrieben. Zu Hause ist das kein Problem, auf Reisen fand ich es aber immer etwas umständlich.

Deshalb bin ich irgendwann auf ein Ladegerät von Baxxtar (*) umgestiegen. Das ist deutlich kleiner und leichter und lässt sich über USB-C oder Micro-USB mit Strom versorgen. Damit kann ich es nicht nur an einem normalen USB-Netzteil betreiben, sondern zum Beispiel auch an einer Powerbank oder im Auto. Gerade auf Reisen ist das wesentlich flexibler.

Zwei LP-E6P Akkus werden in einem Baxxtar Ladegerät über USB geladen. Im Hintergrund weitere Akkus.

Akku laden mit dem Baxxtar Ladegerät. USB-C oder Micro-USB steht zur Wahl.

Der nächste Schritt: USB-C direkt im Akku

Irgendwann kamen dann die ersten LP-E6-Akkus mit integriertem USB-C-Anschluss auf den Markt. Damit wurde es noch einfacher, denn nun brauchte ich überhaupt kein separates Ladegerät mehr. Ein USB-C-Kabel reicht, um den Akku direkt zu laden – am Netzteil, an einer Powerbank oder unterwegs im Auto.

Inzwischen ist die Entwicklung noch einen Schritt weiter. SmallRig hat den LP-E6P noch einmal überarbeitet. Die neue Version des LP-E6P (*) hat jetzt zusätzlich eine Ladestandsanzeige direkt am Akku. Fünf kleine LEDs zeigen den Ladezustand in 20-%-Schritten an.

Endlich sieht man auf einen Blick, wie voll ein Akku noch ist. Schluss mit dem verdreht aufgesetzten Akkuschutzdeckel, mit dem ich bisher versucht habe zu markieren, ob ein Akku voll oder leer ist. Die Ladeanzeige ist in ihrer Genauigkeit sicher ausreichend, gibt aber manchmal einen etwas höheren Wert an als die Ladeanzeige in der Kamera. Bei einem in der Kamera angezeigten Wert von 57 %, zeigt der Akku noch 80 %. Das basiert zum einen auf der Art der Anzeige, die 80 % LED leuchtet im Bereich von 80-60 % - und natürlich auf geringen Abweichungen bei den Messungen. Bei 55 % zeigt der Akku dann 60 % an (die 60-%-LED deckt den Bereich 60-40 % ab). In der Praxis spielt diese Abweichung/Ungenauigkeit aber für mich keine Rolle, es geht mehr um die Entscheidung: Ist der Akku leer oder voll. Eigentlich nur ein kleines Detail, aber eines, das ich sehr praktisch finde.

2 SmallRig LP-E6P Akkus werden über USB-C geladen, man sieht die Ladeanzeige der Akkus.

Die SmallRig LP-E6P Akkus lassen sich über den USB-C Port laden, die LEDS zeigen den Ladezustand an.

Drittanbieter-Akkus: inkompatibel, langsam und schnell kaputt?

Bei Drittanbieter-Akkus liest man immer wieder die gleichen Vorbehalte: Sie werden von der Kamera nicht richtig erkannt, halten deutlich kürzer als das Original, brauchen ewig zum Laden oder geben nach kurzer Zeit den Geist auf.

Ich kann natürlich nicht beurteilen, wie sich die SmallRig-Akkus in jedem Kameramodell verhalten. Getestet habe ich sie bisher in der Canon EOS R5 Mark II und der EOS R6 Mark II. Sie werden ganz normal erkannt, es gibt keine Fehlermeldungen und auch sonst hatte ich bisher keine spürbaren Einschränkungen.

Ich habe in einem kleinen (nicht wissenschaftlichen) Test überprüft, wie lange sie bei Videoaufnahmen durchhalten und wie viele Aufnahmen möglich sind. Die Anzahl der möglichen Aufnahmen ist nur ein Richtwert. Diese hängt stark von den Aufnahmebedingungen ab: Nutzung des Autofokus, des Stabilisators, des Verschluss elektronisch oder mechanisch, der Serienbild -oder Einzelbildfunktion, des Monitors oder des Viewfinders, usw. Ich habe versucht, die Bedingungen so gleich wie möglich zu halten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zeit, die benötigt wird, um den Akku wieder zu laden.

Original Canon Akku LP-E6P

  • Video (R5 Mark II, 4K, 30 FPS): 54 min

  • Anzahl Auslösungen (R6 Mark II, Electronic Shutter, Intervallaufnahme): 2550 Bilder

  • Benötigte Zeit, um den Akku von 0 % auf 100 % zu laden: knapp 3 Stunden (Original-Ladegerät)

Smallrig LP-E6P

  • Video (R5 Mark II, 4K, 30 FPS): 58 min

  • Anzahl Auslösungen (R6 Mark II, Electronic Shutter, Intervallaufnahme): 2300 Bilder

  • Benötigte Zeit um den Akku von 0 % auf 100 % zu laden: knapp 2 Stunden (über USB-C)


Was aufiel, die Kameras bewerten einen leeren Akku unterschiedlich. Nachdem der Akku in der R6 Mark II als leer angezeigt wurde, konnte dieser Akku in der R5 Mark II noch für 300 weitere Aufnahmen genutzt werden, bevor auch die R5 den Akku als leer angezeigt hat.

Zur Haltbarkeit der Smallrig-Akkus kann ich noch keine Aussage treffen, dafür habe ich sie noch zu kurz im Einsatz. Bisher habe ich aber keine schlechten Erfahrungen mit Drittanbieter-Akkus gemacht. Keiner davon ist aufgequollen oder anderweitig auffällig geworden. Tatsächlich war der einzige Akku, der schlagartig defekt war, ein Original-Canon-Akku. Natürlich ist das nur meine persönliche Erfahrung und keine Garantie dafür, dass jeder Fremdakku über Jahre in jedem Einsatszenario problemlos läuft.


Fazit

Mit den SmallRig LP-E6P-Akkus (*) hatte ich bisher keine Probleme. Mein kleiner Test hat gezeigt, dass (unter den gewählten Bedingungen) etwas weniger Aufnahmen mit dem SmallRig möglich sind. Dafür sind etwas längere Videos möglich und der Akku kann deutlich schneller wieder geladen werden. Den USB-C-Anschluss und die Ladestandsanzeige der neuen Version finde ich, wie schon erwähnt, sehr praktisch– endlich sieht man auch außerhalb der Kamera, welcher Akku voll ist und welcher nicht. Preislich ist der Original-Akku (*) fast doppelt so teuer wie der SmallRig.

Für mich sind die SmallRig-Akkus vor allem auf Reisen die erste Wahl. Ein Ladegerät weniger im Gepäck und zum Laden reicht das, was sowieso dabei ist: USB-C-Kabel (*), USB-C-Netzteil (*), Powerbank (*) oder sehr häufig der 12-V-Anschluss (*) im Auto.

Falls sich daran irgendwann etwas ändert oder einer der Akkus Probleme macht, ergänze ich den Artikel entsprechend.





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